M. Dypuytren

Handchirurgie

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Diese als Fingerverkrümmung bekannte Erkrankung ist bei Menschen in nördlichen Ländern deutlich häufiger als in südlichen Ländern. Zudem zeigt sich die Erkrankung bei Männern stärker und häufiger. Die Ausprägung kann ganz unterschiedlich sein. Bei manchen Patienten findet sich nur ein fester Knoten in der Hohlhand einer Hand, bei anderen ist ein Finger gering gekrümmt und bei wieder anderen sind mehrere Finger und die Hohlhand betroffen. Dies kann zur kompletten Krümmung aller Fingergelenke beider Hände führen. Die Erkrankung wird durch Verhärtung der bei jedem Menschen vorhandenen Bindegewebshäute verursacht. Bei den Patienten sind diese sonst feinen Fasern der Hand stark verdickt und verkürzt, dadurch kommt es zu der Verkrümmung der Finger. Im Gegensatz zu der Vermutung mancher Patienten sind die Sehnen völlig gesund. Eine eindeutige Ursache ist bislang nicht bekannt. Eine genetische Veranlagung besteht und ein Zusammenhang mit einer Stoffwechselerkrankung ist häufig.
Im Gespräch mit dem Facharzt mit einer Spezialausbildung für Handchirurgie werden Sie dazu ausführlich befragt. Nach der Untersuchung kann dann festgelegt werden, ob Sie an dieser Erkrankung leiden, welches Stadium vorliegt und ob eine Operation angezeigt ist oder noch abgewartet werden sollte.

Der Eingriff

Spezielle handchirurgische Kenntnisse sind wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Operation. Da die Stränge zwischen der Haut, den Nerven, den Blutgefäßen und den Sehnenstrukturen liegen, muss außerordentlich sorgfältig operiert werden. Die Operation besteht grundsätzlich im Entfernen der Stränge. Nerven, Gefäße und Sehnenhalteapparat werden dabei geschont, die Haut sollte so wenig wie möglich geschädigt werden. Mikrochirurgische Erfahrung und mikrochirurgisches Instrumentarium ist hierfür unerlässlich. Damit es nach der Operation zur möglichst ungehinderten Gelenkbeweglichkeit kommt, werden die Narben häufig zickzackförmig angelegt.

Meistens wird der Eingriff ambulant durchgeführt, in bestimmten Fällen ist allerdings ein stationärer Eingriff vorzuziehen.

Die versorgenden Nerven werden zunächst durch Betäubungsmittel gezielt ausgeschaltet und der Eingriff ist schmerzfrei. Für den Eingriff wird durch eine Manschette am Oberarm ein blutleeres Operationsfeld geschaffen. In der Praxisklinik Kaiserplatz wird der Eingriff unter optischer Vergrößerung durch Operationsmikroskop bzw. Lupenbrille durchgeführt, um die Nerven und das Gewebe optimal zu schonen. 

In manchen Fällen sind die Nerven und Blutgefäße bereits durch das feste Gewebe umgeben. Vorsichtig müssen diese Stränge dann mikrochirurgisch entfernt werden um Nerven und Gefäße zu entlasten. 

Insbesondere nach Voroperationen ist die Gefahr einer Nerven- oder Gefäßschädigung erhöht. In manchen Fällen sind Hauttransplantate oder sogenannte Lappenplastiken notwendig, um eine gute Hautdeckung nach Begradigung der Finger zu erzielen. Der Facharzt wird Sie hierüber ausführlich informieren.

Nach dem Eingriff

Ein individuell angepasster Stützverband wird für kurze Zeit angelegt. Er sorgt dafür, dass es zu keinen Nachblutungen kommt. Nach dem Eingriff bleibt der Patient noch mindestens 2 Stunden in der Praxisklinik, bis das Gefühl in der Hand wieder ausreichend vorhanden ist. Für den Fall eventuell später auftretender Schmerzen wird ein Schmerzmittel verordnet. Am nächsten Tag wird der Verband gewechselt und die Drainage entfernt. Nach 10 Tagen werden die Fäden gezogen. Eine krankengymnastische Behandlung im Anschluss ist sinnvoll, die gelernten Übungen sollte der Patient auch selbständig weiterführen. Nach wenigen Tagen sollte die Hand wieder leicht eingesetzt werden. Volle Belastung kann nach etwa 3 Wochen erfolgen.

Trotz erfolgreicher Operation lässt sich der spätere Verlauf nicht immer vorhersagen. Die Krankheit kann sowohl dauerhaft beseitigt sein, als auch wiederauftreten. In diesem Fall kann eine erneute Operation sinnvoll sein.


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