Adipositaschirurgie

Ästhetische Chirurgie

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Die Adipositas ist nicht nur ein plastisch-chirurgisches, sondern auch ein diätetisch und psychologisches Problem. Die Indikationen für die Chirurgie der Körperform des adipösen Patienten können in

  • funktionelle Indikationen und
  • ästhetische Indikationen

eingeteilt werden.

Unter die funktionellen Indikationen fallen die eher seltenen Fälle paradoxer Fettverteilungsstörung wie die Gigantomastie oder Reithosendeformität bei ansonsten schlanken Patientinnen.

Unter die funktionellen Indikationen fallen auch die Patienten mit massivem Gewichtsverlust. Die Übergewichtigkeit und wiederholte Gewichtszu- bzw. Gewichtsabnahme haben eine überdehnte Körperhülle zurückgelassen. Die normalen anatomischen Proportionen sind verändert. Gewichtsverlust von über 40 Kilogramm oder 30% des Körpergewichtes resultiert bereits in einer Körperform, die deutlich vom „normalen“ abweicht. Die extremen Hautüberschüsse bilden sich nicht von selbst zurück und müssen durch plastisch-chirurgische Korrektur entfernt werden. Immer häufiger stellen sich Patienten vor, die extreme Hautüberschüsse nach radikaler Gewichtsreduktion (teilweise über 100 kg) zurückbehalten haben. Dieser Zuwachs ist auf die operativen Eingriffe am Darm (z. B. Gastric-Banding) zurückzuführen.

Die Indikationen ergeben sich durch chronische Entzündungen in den Hautfalten oder schweren Rückenschmerzen. Voraussetzung für die operative Korrektur solcher Befunde ist ein hochmotivierter Patient, der seine angestrebte Gewichtsabnahme erreicht hat und dieses Gewicht bereits 1 Jahr lang konstant hält. Die Körperformung betrifft meistens mehrere Regionen des Körpers, vor allem des Rumpfes und der Oberschenkel. Nach dem ausführlichen Vorgespräch wird ein chirurgischer Plan erstellt, nach dem die Körperregionen in einer oder auch mehreren Sitzungen korrigiert werden.

Leichte Hypertonie oder ein gut eingestellter Diabetes stellen keine Kontraindikationen für diese elektiven Eingriffe dar. Die Kosten für diese wenigen funktionellen Indikationen werden in einigen Fällen durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Bei den ästhetischen Indikationen ist der Leidensdruck unterschiedlich groß. Die meisten Patienten haben unzählige Diäten und Fitnessprogramme durchlaufen und ihre „Problemzonen“ sind dennoch geblieben. 

Die ästhetischen Indikationen lassen sich in 3 Hautkategorien unterteilen:

1. Lokalisierte Fettansammlung mit straffer Haut
2. Lokalisierte Fettansammlung mit erschlaffter Haut
3. Schlaffer Hautüberschuss

Den Indikationen stehen zwei prinzipiell voneinander unterschiedliche chirurgische Verfahren zur Korrektur der Körperkontur gegenüber:

1. Haut-Fett-Entfernung (Dermolipektomie) und
2. Fettabsaugung (Liposuktion)

Diese beiden Verfahren können einzeln oder in Kombination miteinander angewendet werden.

In diesem Zusammenhang muss daraufhingewiesen werden, dass diese Verfahren nicht dazu geeignet sind, Körpergewicht zu reduzieren. Selbstverständlich ist es möglich, durch die Entfernung des Fettgewebes in mehreren Sitzungen auch eine Gewichtsreduktion zu erreichen, dieses Verfahren ist aus plastisch-chirurgischer Sicht allerdings abzulehnen. 

Die genannten Techniken dienen lediglich dazu, fehlverteilte Fettdepots zu reduzieren und somit die Körperform harmonisch zu gestalten.

Die frühen Verfahren der Haut-Fett-Entfernung (Dermolipektomie) an Rumpf und Extremitäten hinterließen sehr große Narben. Obwohl es keine chirurgischen Verfahren zur Reduktion übermäßiger Fett- und Hautansammlungen ohne Narben gibt, hinterlassen die modernen Techniken der Dermolipektomie aber immer kürzere Narben, die in den Hautfaltlinien und den natürlichen Körperfalten versteckt werden.

Die „moderne“ Abdominoplastik beinhaltet den Verschluss der Rektusdiastase und die Neuformung der Taille, einen unauffälligen Narbenverlauf im verlagerten Nabel und eine möglichst tiefe W-förmige Narbe oberhalb der Schambehaarung, die auch beim Tragen von Bademoden nicht zu sehen ist. Die Kombination mit der Liposuktion (Fettabsaugung) läßt die Oberfläche des Bauches noch natürlicher erscheinen.

Der Fettansatz ist in extremen Fällen nicht nur auf die Bauchregion begrenzt, sondern findet sich auch an Flanken und Rücken. Zur Korrektur wurden Verfahren entwickelt, die zirkuläre Bauch- und Hüftstraffungen erreichen. Die Durchführung dieser Technik, die treffenderweise als Torsoplastik bezeichnet wurde, erfordert eine intraoperative Umlagerung des Patienten, um über die gesamte Rumpfzirkumferenz straffen zu können.

Die begrenzte reine Fettschürzenresektion ist indiziert bei Risikopatienten, die massiv an Gewicht verloren haben und bei Patienten mit der krankhaften Fettablagerung am Abdomen. Es erfolgt eine Resektion ohne Unterminieren oder Faszienfaltung. In kurzer Operationszeit können hierbei große Mengen Bauchhaut-/ Fettgewebe reseziert werden (bis zu 7000 g). Dies ist auch eine schnelle und relativ sichere Lösung bei Patienten mit hohem Thromboembolierisiko.

Neben der Problematik der äußerst fetten Bauchdecken besteht fast immer das Problem der Bauchwandhernien. Diese Brüche korrigieren wir überwiegend mit Koriumplastiken der zuvor entfernten Haut oder in seltenen Fällen mit alloplastischen Netzmaterialien.

OberschenkelplastikOberarmplastik und Mammaplastik reduzieren die Haut- und Fettüberschüsse an den anderen Körperstellen. Narbensparende Techniken haben sich auch hier durchgesetzt und in Kombination mit der Liposuktion werden hervorragende Ergebnisse erzielt.


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